Angst ist kein guter Ratgeber

Zu Tode gefürchtet ist auch schon gestorben!“ Diese Weisheit meiner Großnmutter ist eine wertvolle Orientierungshilfe in Zeiten wie diesen. Wie aber unter den gegebenen Umständen angstfrei leben?

Zuerst einmal möchte ich auf eine Unterscheidung aufmerksam machen, die es mir leichter gemacht hat, zwischen „guter“ und „schlechter“ Angst zu unterscheiden:

Die „gute“ Angst nenne ich auch weiterhin bei ihrem Namen, sie verhindert, dass ich mich unnötig in Gefahr begebe, sie löst in einer (lebens-)gefährlichen Situation die notwendenden Mechanismen aus, nämlich Flucht, Angriff oder Todstellen. Ebenso werden in diesem Fall die nötigen Stoffe ausgeschüttet, die mir die zur Bewältigung der Situation wichtigen Energien zur Verfügung stellen.

Die „schlechte“ Angst bezeichne ich im Sinne meiner Großmutter gerne als „Furcht“. Hier werden im Gehirn die gleichen Mechnismen aktviert, bloß dass sie in der Regel in einem chronifizierten Angstzustand münden, der den Körper und das Immunsystem schwächt.

Die Angst können wir als Begleiter auf dem Lebensweg respektieren, sie ist lebensdienlich, der Furcht gilt es entschieden entgegenzutreten, sie ist lebensfeindlich.

Da Furcht sich immer auch und vor allem im Kopf abspielt, also so etwas wie eine gedankliche Prognose einer schlimmen Zukunft ist, lässt sich ihr mit verschiedenen mentalen und körperlichen Übungen beikommen. Ja, auch die körperliche Betätigung spielt eine Rolle bei der Bewältigung von Furcht. Die einfachste Weise ist ein Spaziergang im Grünen. Im Gehen lassen sich versteinerte Gedankenstrukturen gut auflösen. Zudem bieten frische Luft und Eindrücke aus der Natur einen guten Boden für gedankliche Neuorientierung. Alle weiteren körperlichen Betätigungen sind selbstverständlich auch gute Möglichkeiten, um wieder einen klaren blick auf die angstauslösende Situation zu gewinnen.

Ein weiterer wertvoller Beitrag zur Angstlösung können liebevolle Gesprähe mit einem vertrauten Menschen sein. Hier gilt es, die eigene Furcht offen an- bzw. auszusprechen. Wichtig scheint mir in diesem Zusammenhang folgende Regel: Der Zuhörende konzentriert sich auch wirklich ausschließlich aufs Zuhören – ein guter Rat(schlag) ist nicht erwünscht. Was man einem anderen anvertraut, wirkt plötzlich nur noch halb so schwer. In weiterer Folge kann in diesem Gespräch dann die Aufmerksamkeit auf Positives, Erbauliches, Zukunftsträchtiges gelegt werden. Statt der Prognose sollte eine Regnose (vgl. die Ausführungen des Zukunftsforschers Mathias Horx) Platz greifen, also der Blick auf ein (vorerst noch utopisches) Zukunftsszenario. Von dort weg gilt es zurück zu schauen bis zum gegenwärtigen Tag und zu erkennen, welche Schritte auf dem Weg in diese Zukunft passiert sind, so dass der Idealzustand erreicht werden konnte.

Hier sind wir schon bei den mentalen Möglichkeiten der Furchtauflösung angelangt: Autogenes Training, Stilleübungen, Fantasiereisen und Meditation sind probate Mittel, um sich wieder der Realität widmen zu können ohne hinter jeder Lebensherausforderung die nächste Katastrophe zu entdecken.

Bei all den angedachten Möglichkeiten ist es wichtig, sie mit Regelmäßigkeit, Konsequenz und Selbstdisziplin zu verfolgen.

Anregungen und Übungsmöglichkeiten dazu bietet mein monatlicher Workshop „Immunsystem stärken und Selbstheilungskraft aktivieren“.

Image by Gerd Altmann from Pixabay

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